Netzwerk Inklusion – Aktionstag Inklusion & Diversity

Im Rahmen des Inklusions-Fackel-Projektes vom „Netzwerk Inklusion“ am 11.07.15 fand auf dem Potsdamer Platz der Aktionstag Inklusion & Diversity mit einem buntem Bühnenprogramm sowie Teilnehmerständen mit Möglichkeiten zur Selbsterfahrung und zum Austausch statt. Die Botschaft lautete: Mehr Akzeptanz und Toleranz gegenüber Vielfalt.

Als Mitglieder unseres Vereins zugangswerk e. V. waren wir mit einem Teilnehmerstand vertreten. zugangswerk beschäftigt sich mit Konzepten aller Art, die die Teilhabe – insbesondere von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen – unterstützen und voranbringen. Dazu gehören Projekte zur gesellschaftlichen Sensibilisierung im Sinne eines selbstverständlichen Umgangs mit Unterschieden, die Unterstützung und Realisierung von barrierefreien Veranstaltungen und die Durchführung von Workshops etc.

Am Stand konnten sich die Besucher auch über das Angebot von Hörsicht – Die Schriftdolmetscherinnen und isitext Leichte Sprache – leicht verstehen (www.isitext.de) und zugangswerk informieren.

Aktionstag

AccessMan

Ein SuperHeld aus IncluCity und seine
ZugangsGang erobern das BarrierenParadies

 

accessman

 

AccessMan

AccessMan ist eine ComicFigur, die zum Zweck der Sensibilisierung für Inklusion und Teilhabe entwickelt wurde.

Hier entstehen Geschichten für Jung und Alt, die auf die Barrieren aufmerksam machen sollen.

Dabei geht es nicht nur um die Barrieren im Raum, sondern auch um Barrieren in Institutionen und vor allem um die Barrieren in unseren Köpfen.
Da sich sogenannte SuperHelden sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen großer Beliebtheit erfreuen und Comics die Möglichkeit bieten, Dinge auch stark übertrieben darstellen zu können, wird der AccessMan sowohl bei trixar.de als auch bei zugangswerk e. V. künftig in vielen Bezügen in Erscheinung treten.


Die Grafiken für AccessMan stammen aus der Feder von “May-Jay” und werden im Auftrag von trixar.de gefertigt.

Zudem strebt trixar.de eine ZusammenArbeit mit inkluWAS an, um den AccessMan auch auf KleidungsStücke drucken zu lassen.

AccessMan auf Facebook

zur Geschichte

AccessMan ist ein SuperHeld. Soviel ist klar.
Allerdings drehen sich die Geschichten im Wesentlichen um eine kleine, inklusive Truppe die verschiedenste Handicaps mitbringt und aus ihrer für uns unsichtbaren, barrierefreien Welt namens “IncluCity” unter der Erde, erstmals in unserer realen LebensWelt in Erscheinung treten. Die Truppe nennt sich die ZugangsGang und hat sich zur Aufgabe gemacht, auch unsere Welt barrierefrei zu gestalten.

Unsere Welt ist ein Paradies für die bunt gemischte Truppe, denn hier oben gibt es richtig viel zu tun: Barrieren soweit das Auge reicht.

Sie stürzen in ein Abenteuer nach dem Anderen und versuchen Lösungen zu finden, unzugängliche Orte und Köpfe der Menschen zu barrierefreien Orten umzugestalten.
Dabei treten aber auch innerhalb der Truppe Konflikte auf, da die unterschiedlichen Wesen auch sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Erst wenn sich alle Mitglieder der ZugangsGang einig sind kommt AccessMan ins Spiel. Er stellt die für uns sichtbare Brücke aus der Welt der ZugangsGang zu unserer Welt dar.

Die erste Ausgabe des Comic ist bereits in Arbeit. Man darf also gespannt sein.

ZugangsGang

zur Botschaft

Der AccessMan ist im wahren Leben ein absoluter NoBody. Mit seinem durchschnittlichen Aussehen, seinen langweiligen Klamotten und seinem schüchternen Wesen bleibt er für die meisten Menschen in seiner Umgebung völlig unbemerkt.
Erst wenn die ZugangsGang ihn ruft wird er zum Helden.

 

Die AccessMan-Serie soll zeigen, dass Jede_r zum Helden werden kann. Zum Helden des AllTags und das mit nur einer einzigen SuperKraft, der Empathie.

Darüber hinaus sollen die Leser_innen aber auch für Barrieren jeglicher Art sensibilisiert werden.

AccessMan als Comic aufzubereiten ist nur der Erste vieler Wege, die wir mit unserem neuen Helden beschreiten wollen.

Stefan / Christian

FACHTAG am 16. April 2015 – Unterstützende Computertechnologien als Beitrag zur Inklusion

Neue Impulse für das Berufsbild der Heilerziehungspflege

Am 16. April 2015 fand ein gemeinsamer Workshop von BEST-Sabel MEDICUM und zugangswerk e. V.  statt.

Interessierte erhielten neue Impulse und einen praktischen Einblick in die Möglichkeiten von unterstützenden Computertechnologien und deren Anwendung im Berufsbild der Heilerziehungspflege.

Flyer Fachtag (PDF-Dokument, ca. 300 KB)

Weitere Infos:

http://www.heilerziehungspfleger-ausbildung.de/impulse/

Veranstaltungsort:

BEST-Sabel-Bildungszentrum gGmbH
Littenstraße/Rolandufer
Eingang Rolandufer 13
10179 Berlin

Lage auf OpenStreetMap

zugangswerk-Projekt: Aktion Mensch fördert Prüferschulung

Genau so wichtig wie das Übersetzen von schweren Texten in Leichte Sprache ist das Prüfen der Texte in Leichter Sprache. Das Prüfen ist eine Aufgabe, die nur Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst machen können. Sie sind die Expertinnen und Experten in eigener Sache und nur sie können beurteilen, ob ein Text oder ein Redebeitrag wirklich verständlich für sie ist. Deshalb ist es wichtig, dass es gut ausgebildete Prüfer_innen mit Lernschwierigkeiten gibt.

Das Ziel unseres von Aktion Mensch geförderten Projektes war es, Menschen mit Lernschwierigkeiten, die selbst schon Prüfer_innen für Leichte Sprache sind, als Dozent_innen für Prüfer-Schulungen auszubilden. Auf diese Weise können Dozent_innen mit und ohne Lernschwierigkeiten gemeinsam Prüfer-Schulungen durchführen.

An der Prüferschulung von „zugangswerk e. V.“ nahmen insgesamt acht Mitarbeiter_innen vom „Integral“, einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Berlin-Friedrichshain, teil.

Die Schulung wurde durchgeführt von Ricarda Kluge (Übersetzerin für Leichte Sprache) im Tandem mit Anette Bourdon (Prüferin für Leichte Sprache bei „Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.“) und in Kooperation mit Anette Kemnitz-Zimmermann und Babette Kemnitz-Hille (Übersetzerinnen des Übersetzungsbüros für Leichte Sprache „isitext“ und Mitglieder von „zugangswerk e. V.“).

In der Prüferschulung lernten die acht Teilnehmer_innen die Regeln der Leichten Sprache und das Prüfen. Die Teilnehmer_innen beschäftigten sich mit Fragen wie: Wo ist Leichte Sprache wichtig? Was sind schwere Wörter? Wie kann ich anderen Menschen erklären, was Prüfer_innen für Leichte Sprache machen? Was mache ich, wenn es mir als Prüfer_in zu viel wird? Was tut mir gut? Ein Schulungstag beinhaltete das Thema „Mut haben“. Die Teilnehmer_innen übten in kleinen Gruppen zu sagen: „Stopp, das habe ich nicht verstanden!“ Oder: „Stopp, ich brauche eine Pause!“ Ein wichtiger Schwerpunkt lag beim praktischen Ausprobieren der verschiedenen Arten des Prüfens.

Besonders gut und hilfreich fanden die Teilnehmer_innen, dass die Prüferschulung von einer Expertin in eigener Sache im Tandem mit einer sehr erfahrenen Übersetzerin und Dozentin durchgeführt wurde. Anette Bourdon konnte die Schulungsinhalte in sehr guter Art und Weise vermitteln, da sie selbst schon seit mehreren Jahren als Prüferin bei „Mensch zuerst e.V.“ arbeitet.

Die Mitarbeiter_innen vom Integral erhielten für ihre Teilnahme an der Schulung zum Prüfer/zur Prüferin für Leichte Sprache ein Zertifikat. Inzwischen fanden insgesamt acht Treffen zur Nachbereitung der Schulungsinhalte und zum Üben statt.

Vielen Dank an Aktion Mensch!

Prüfergruppe mit Carsten Ablaß, Ricarda Kluge vom Netzwerk Leichte Sprache, Anette Bourdon von Mensch zuerst e. V. und Anette Kemnitz-Zimmermann von isitext.
Prüfergruppe mit Carsten Ablaß, Ricarda Kluge vom Netzwerk Leichte Sprache, Anette Bourdon von Mensch zuerst e. V. und Anette Kemnitz-Zimmermann von isitext.
Ein Teilnehmer vom Integral e. V., Anette Bourdon von Mensch zuerst e. V. und Ricarda Kluge vom Netzwerk Leichte Sprache.
Ein Teilnehmer vom Integral e. V., Anette Bourdon von Mensch zuerst e. V. und Ricarda Kluge vom Netzwerk Leichte Sprache.
Eine Teilnehmerin erhält ihr Zertifikat.
Eine Teilnehmerin erhält ihr Zertifikat.
Anette Kemnitz-Zimmermann von isitext dankt Anette Bourdon von Mensch zuerst e. V.
Anette Kemnitz-Zimmermann von isitext dankt Anette Bourdon von Mensch zuerst e. V.

Augensteuerung EyeTrack4All

Augensteuerungssysteme, d. h. die Steuerung von Anwendungen allein über Augenbewegungen, bieten für nicht-sprechende Menschen eine große Chance ihre Kommunikation zu verbessern. Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht sprechen können, nutzen die Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation (UK), um sich auszudrücken. So gibt es beispielsweise dynamische Sprachcomputer mit komplexen Symbol-Vokabularen mit Sprachausgabe. Der Nutzer oder die Nutzerin wählt durch Berührung verschiedene Symbole hintereinander aus und der Computer “spricht”, was er oder sie sagen möchte. Was aber, wenn die Behinderung so komplex ist, dass auch zielgerichtete Bewegungen oder Berührungen nicht oder nur sehr langsam möglich sind?

Für diese Zielgruppe bedeuten Augensteuerungssysteme in Kombination mit dynamischen Kommunikationshilfen überhaupt erst die Möglichkeit einer unabhängigen selbstbestimmten Kommunikation. Mit dem Kooperationsprojekt EyeTrack4All soll die Zielgruppe für augengesteuerte Unterstützte Kommunikation durch die Entwicklung neuer Verfahren für die Blickverfolgung vergrößert werden. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Kooperationspartner, die Alice Salomon Hochschule Berlin, die alea technologies gmbh, das Rehazentrum Hegau Jugendwerk und barrierefrei kommunizieren! bringen jeweils ihre Expertise in das Projekt mit ein.

Bei der Auftaktveranstaltung des auf drei Jahre angelegten Projekts bei barrierefrei kommunizieren! tauschten sich die Kooperationspartner über Ziele und Meilensteine des Projekts aus und diskutierten, was passieren muss, damit noch mehr Menschen von UK in Verbindung mit Augensteuerung profitieren. Christian Hille von zugangswerk Experte für unterstützende Technologien und für barrierefrei kommunizieren! als technischer Berater aktiv, demonstrierte im anschließenden Workshop die vielfältigen Möglichkeiten unterstützender Technologien, der Fokus lag dabei vor allem auf für die Anwender/innen kostengünstigen bzw. -freien Technologien, z. B. Einstellungsmöglichkeiten in Betriebssystemen, Vorlesetechnologien wie Balabolka und DAISY Leser, Spracherkennungsprogramme wie Simon Listens, Mozilla-Plugins für die „mausloses Browsersteuerung“ (mouseless browsing) sowie UK-Apps fürs Tablet.

EyeTrack4All-foto

Weitere Infos und assistiven Technologien – Tipps von Christian Hille, Experte für assistive Technologien vom zugangswerk e. V.

Erleichterte Bedienung in Windows 7 

Eingabehilfen in Apple iOS

Balabolka – Kostenloses Programm zur Sprachausgabe (Text-to-Speech)

DAISY Leser und MAX DAISYPLAYER (kostenloser Hörbuchplayer für Blinde)

Winterfest – kostenloses Alpabetisierungslernspiel

Simon Listens – kostenlose Spracherkennung (Forschungsprojekt)

Ein Handbuch für Abgeordnete zu dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und seinem Fakultativprotokoll

Mouseless Browsing (mauslose Browser-Steuerung) – Firefox AddOn

Sono Flex Lite – App für die Unterstützte Kommunikation von Tobii Technology

WorkRave – kostenloses RSI-Präventions-Programm, das zu Arbeitspausen auffordert

„Ein Arbeitsplatz nach Maß“

Die Gesellschaft altert. Schon jetzt sind einige Branchen, insbesondere IT- und techniklastige, vom Fachkräftemangel betroffen. Gleichzeitig fordern – im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention – immer mehr Menschen mit Behinderung ihr Recht auf einen Arbeitsplatz ein. Gerade IT-Berufe bieten für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen grundsätzlich viele Möglichkeiten, da Computerarbeitsplätze gut geeignet sind bei eingeschränkter Mobilität und überdies eine Vielzahl unterstützender Computertechnologien zur Verfügung stehen, welche die verschiedensten Behinderung ausgleichen können.

Aber welche Möglichkeiten gibt es konkret und in der Praxis, behinderungskompatible Arbeitsplätze einzurichten? Dieses Thema stand im Mittelpunkt des 2. Workshops der BITKOM-Initiative “Inklusive IT-Berufe”, der am 23. Mai 2013 bei barrierefrei kommunizieren! in Berlin stattfand. Zielgruppe des Workshops waren Personalverantwortliche, Diversity Manager, Ausbilder/innen und Auszubildende aus dem IT-Bereich.

Uta Menges, Diversity and Inclusion Leader von IBM, erklärte anschaulich an verschiedenen Beispielen, wie das Unternehmen vorgeht, um Studierende mit Behinderung beim dualen Studium zu unterstützen. Weitere praktische Beispiele aus Unternehmen lieferte die Deutsche Rentenversicherung Bund. Welche Strukturen innerhalb des Unternehmens gibt es, um Auszubildenden mit Behinderung eine Ausbildung zu ermöglichen? So verfügt die Rentenversicherung selbst über einige unterstützende Computertechnologien, so dass Auszubildende vor Ort einiges erproben können. Cordula Polle vom Technischen Beratungsdienst des Landesamts für Gesundheit und Soziales Berlin erklärte die Möglichkeiten des Integrationsamts zur Unterstützung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Zum Beispiel bietet das Integrationsamt Bürobesuche an, um zu überlegen, mit welchen einfachen Mitteln sich Büros übersichtlicher einrichten und besser an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lassen. Gleichzeitig kann so festgestellt werden, welche ergonomischen oder technischen Hilfen jemand konkret an seinem bzw. ihrem Arbeitsplatz benötigt.

Abschließend demonstrierte Christian Hille, Technischer Berater vom zugangswerk e. V., welche unterstützenden Technologien für welche Behinderungen es gibt. Zum Beispiel Spezialtastaturen und Spracherkennungssysteme für Menschen mit motorischen Einschränkungen, Vergrößerungstechnologien, Lesegeräte und Screenreader für Menschen mit Sehbehinderungen sowie weitere Eingabehilfen und alternative Zugangstechnologien für Computer und Internet.