„Ein Arbeitsplatz nach Maß“

Die Gesellschaft altert. Schon jetzt sind einige Branchen, insbesondere IT- und techniklastige, vom Fachkräftemangel betroffen. Gleichzeitig fordern – im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention – immer mehr Menschen mit Behinderung ihr Recht auf einen Arbeitsplatz ein. Gerade IT-Berufe bieten für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen grundsätzlich viele Möglichkeiten, da Computerarbeitsplätze gut geeignet sind bei eingeschränkter Mobilität und überdies eine Vielzahl unterstützender Computertechnologien zur Verfügung stehen, welche die verschiedensten Behinderung ausgleichen können.

Aber welche Möglichkeiten gibt es konkret und in der Praxis, behinderungskompatible Arbeitsplätze einzurichten? Dieses Thema stand im Mittelpunkt des 2. Workshops der BITKOM-Initiative “Inklusive IT-Berufe”, der am 23. Mai 2013 bei barrierefrei kommunizieren! in Berlin stattfand. Zielgruppe des Workshops waren Personalverantwortliche, Diversity Manager, Ausbilder/innen und Auszubildende aus dem IT-Bereich.

Uta Menges, Diversity and Inclusion Leader von IBM, erklärte anschaulich an verschiedenen Beispielen, wie das Unternehmen vorgeht, um Studierende mit Behinderung beim dualen Studium zu unterstützen. Weitere praktische Beispiele aus Unternehmen lieferte die Deutsche Rentenversicherung Bund. Welche Strukturen innerhalb des Unternehmens gibt es, um Auszubildenden mit Behinderung eine Ausbildung zu ermöglichen? So verfügt die Rentenversicherung selbst über einige unterstützende Computertechnologien, so dass Auszubildende vor Ort einiges erproben können. Cordula Polle vom Technischen Beratungsdienst des Landesamts für Gesundheit und Soziales Berlin erklärte die Möglichkeiten des Integrationsamts zur Unterstützung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Zum Beispiel bietet das Integrationsamt Bürobesuche an, um zu überlegen, mit welchen einfachen Mitteln sich Büros übersichtlicher einrichten und besser an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lassen. Gleichzeitig kann so festgestellt werden, welche ergonomischen oder technischen Hilfen jemand konkret an seinem bzw. ihrem Arbeitsplatz benötigt.

Abschließend demonstrierte Christian Hille, Technischer Berater vom zugangswerk e. V., welche unterstützenden Technologien für welche Behinderungen es gibt. Zum Beispiel Spezialtastaturen und Spracherkennungssysteme für Menschen mit motorischen Einschränkungen, Vergrößerungstechnologien, Lesegeräte und Screenreader für Menschen mit Sehbehinderungen sowie weitere Eingabehilfen und alternative Zugangstechnologien für Computer und Internet.